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Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalust


von Sigur Rós
Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalust
EUR 10,98

Hersteller: EMI Records (EMI)
Label: EMI Records (EMI)
Publisher: EMI Records (EMI)
Studio: EMI Records (EMI)
Format: Audio CD
Verpackungsgrösse:
Height 16 (hundredths-inches)
Length 535 (hundredths-inches)
Weight 9 (hundredths-pounds)
Width 480 (hundredths-inches)

Release: 20.6.2008

Tracks

Medium 1
1 Gobbeldigook
2 Inni mêr syuqur vitteysingur
3 Gôtan daquinn
4 Vit spilum eudalaust
5 Festival
6 Met sut i eyrum
7 #ra bâtur
8 Illqresi
9 Fljôtavik
10 Straumnes
11 All Alright

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion Sigur Rós haben beschlossen, keine Interviews mehr zu geben. Nicht, dass die als eigenbrötlerisch und verschroben geltenden Isländer vorher gesprächig gewesen werden. Seit ihrer Gründung 1994 in Reykjavik trieben sie mit zunehmender Popularität so manchen Journalisten und Mitarbeiter ihrer Plattenfirmen in den Irrsinn. Die Männer von der atemberaubend schönen Atlantikinsel gelten als Kontrollfreaks am Rande der Paranoia. Wie anders Sigur Rós ticken, wie wenig sie Fremde an sich heran lassen, ahnt man beim Anschauen von Heima, eine der besten DVDs der letzten 10 Jahre. Auch wird überdeutlich, wie sehr ihr epischer Post-Rock mit der landschaftlich einzigartigen, mystischen Heimat verbunden ist. Sigur Rós wollen weder sich noch die Welt erklären, sie öffnen mit ihrer Musik Gefühlsräume. Deswegen bleiben auch die Texte verschwommen, interpretierbar.

Das ist auch auf Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust nicht anders und doch hat sich einiges verändert. Falsett-Sänger Jonsí Birgisson benutzt nach der Kunstsprache ?Hopelandish? - was für Hoffnung steht - und Isländisch nun auch Englisch. Verstehen kann man ihn trotzdem nicht. Dafür aber präsentiert die sich nach Jonsís Schwester Sigurrós (?Siegesrose?) benannte Gruppe so wenig ausschweifend wie noch nie. Vorgängeralben wie Ágætis Byrjun schwebten Gesamtkunstwerken gleich an einem vorbei. Auf Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust, übersetzt ?Mit einem Brummen in den Ohren spielen wir endlos weiter?, aber werden die Songs voneinander gelöst und entwickeln so eine neue Lebendigkeit. Das von Starproduzent Flood (Depeche Mode, U2, Nick Cave) verfeinerte, teilweise mit Orchester und Chor in den legendären Abbey Road Studios (Beatles) aufgenommene Material weist so gänzlich unterschiedliche Charaktere auf. Neben den weiterhin schönen Soundscapes mit ihren Dynamiken kommt es im einst abgeschlossenen Klangkosmos zu wahren Supernovae. Einige Stücke wie die knackige, rhythmische ja heitere Eröffnungsnummer ?Gobbledigook? und das dann folgende?Inní Mér Syngur Vitleysingur? zappeln vor Enthusiasmus, klingen fast überdreht. Sigur Rós haben tatsächlich den Pop-Song für sich entdeckt, ohne dabei ihre andere, alte Seite zu vergessen: majestätisch hinreißende, verträumte Tracks, die sich bis zu zehn Minuten hinziehen. Das ist Musik, die einen in die innere Mitte führt, die Frieden und Zuversicht ausstrahlt. Ein Opfer gibt es dann doch zu beklagen. Zum ersten Male überhaupt wollten die Skandinavier Arbeit delegieren, und übergaben dem in Berlin lebenden Designer Olafur Eliasson den Auftrag für die Gestaltung von Cover und Konzertbühne. Als sie in die Hauptstadt kamen und das geometrische Figuren-Konzept sahen, reisten sie entsetzt ab. Nun zieren junge, nackte Menschen das Cover, ein Photo namens ?Highway? von Ryan McGinley, dass die Band beim Besuch in einem New Yorker Museum entdeckte. ?Hübsche Hintern haben die?, meinten Sigur Rós, ?das ist besser, als wenn man unsere komischen Visagen sieht?. Das klingt doch mal menschlich. --Sven Niechziol