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Legend


von Queen Esther Marrow featuring Cassandra Steen und Xavier Naidoo
Legend
EUR 20,99

Hersteller: Content Re (Edel)
Label: Content Re (Edel)
Publisher: Content Re (Edel)
Studio: Content Re (Edel)
Format: Audio CD
Verpackungsgrösse:
Height 54 (hundredths-inches)
Length 555 (hundredths-inches)
Weight 18 (hundredths-pounds)
Width 497 (hundredths-inches)

Release: 11.11.2011

Tracks

Medium 1
1 On Last Tv
2 God Cares
3 Treat Me Right
4 Falling Up, Standing Down
5 Life Is A Morning
6 This Life
7 Come To Your Senses
8 Loosers And Lies
9 I Know A Place
10 A Moment With Your Name On It
11 No Regrets
12 Precious
13 Light Of Jesus
14 Disbeliever
15 Came To Your Senses (Orchestra Version)
Medium 2
1 High And Higher
2 Bridge Over Troubled Water / Still Waters Run Deep
3 And When I Die
4 Grandma's Hands / Feeling We Once Had
5 You Believed In Me
6 So It Goes
7 Things Ain't Right
8 Give A Little Love
9 Trade Winds
10 Walking In Memphis
11 Knockin' On Heaven's Door
12 Always On My Mind

Produktbeschreibungen

Von Harlem nach Mannheim ? die verborgenen Connections sind meist die explosivsten.

Eine zentrale Herausforderung nachhaltiger Popmusik bestand zu allen Zeiten darin, ebenso stabile wie belastbare Brücken von der Tradition in die Gegenwart zu schlagen und aktuellen Zeitgeist mit den ewigen Strömen kultureller Selbstverwirklichung zu vereinbaren. Die 70-jährige New Yorker Sängerin Queen Esther Marrow findet für diese Problemstellungen erstaunlich zeitgemäße Lösungen. Auf ihrem neuen Album ?Legend? verlinkt sie den unnachahmlichen Pride der amerikanischen Schwarzen, der von der einzigartigen Geschichte von Verschleppung, Sklaverei, Bürgerrechtsbewegung und dem Aufstieg ins Weiße Haus kündet, mit dem hippen Lebensgefühl der Straßen in Harlem. War Harlem einst ein Symbol für Ghetto und sozialen Abstieg, lautet die Botschaft der Leadsängerin der Harlem Gospel Singers heute: Harlem ist überall.

Zum Beispiel in Mannheim. Mannheim ist Industrie. Mannheim ist eine Problemzone. Mannheim ist sozialer Clash. Aber Mannheim ist auch eine Chance zum kreativen Wandel. Spätestens seit die Söhne Mannheims am Zusammenfluss von Rhein und Neckar aus deutscher Romantik und amerikanischem Soul einen neuen, effizienten Treibstoff zum internationalen Gefühlsaustausch destilliert haben, bieten sich ihre Protagonisten auch als ernstzunehmende Partner für amerikanische Roots-Größen an. Queen Esther Marrow hat nicht lange gefackelt, sondern zugegriffen.

Der Titel ihres neuen Albums ?Legend? täuscht ein wenig darüber hinweg, dass es hier nicht um Legende im herkömmlichen Sinn geht. Die Königin legt die eigene Legende ab wie einen seidenen Umhang. Sie faltet sie behutsam zusammen und legt sie liebevoll über einen Stuhl, um sie jederzeit wieder umlegen zu können. Sie will sich nicht von sich selbst verabschieden und doch eine Geschichte erzählen, die im Hier wie im Dort neue Lebensgeister weckt. Auf diese Weise wird der Stoff für eine neue Legende geschrieben. Die gestandene Soul- und Gospel-Queen gibt nicht vor, über Nacht zur Europäerin geworden zu sein, nicht einmal informell. Ihre Songs drücken nach wie vor den Alltag rund um die 125. Straße in Manhattan aus. Gleich der Opener ?Just One Try? klingt wie ein moderner Gospel, der das Leben selbst zelebriert. Doch ihre Sicht ist weltoffener, als man das von vielen ihrer bisherigen Platten kennt. Die transatlantischen Scharniere liegen schon im Opener offen zutage.

Im zweiten Song ?God Cares? erobert sie die europäische Befindlichkeit nicht im gewohnten Tempo amerikanischer Pop-Konquistadoren, sondern schlägt ganz behutsame Brücken in einem einfühlsamen Duett mit Cassandra Stehen. Hier treffen sich nicht nur zwei Generationen und Kontinente, hier verschmelzen zwei Lebenshorizonte zu einem gemeinsamen Panorama. Wie sehr die immerjunge Stimme aus Harlem selbst von diesem Duett beeindruckt ist, zeigt sie am Ende des Songs, das ganz unperfektionistisch die gelöste Stimmung im Studio einfängt.

Song für Song wird die Tuchfühlung zwischen alter und neuer Welt enger, nur dass die Töne aus der alten Welt in diesem Kontext neu und die aus der neuen Welt eher alt erscheinen. Die sich daraus ergebenden Spannungsmomente sind mit Worten nicht zu beschreiben. Man muss sie einfach hören. In dem nordafrikanisch anmutenden Song ?This Life? liefert sie sich einen packenden vokalen Schlagabtausch mit Xavier Naidoo und dem französischen Rapper Faf Larage. Xavier Naidoo hat an insgesamt vier Tracks des Albums mitgearbeitet und ihnen seinen speziellen Stempel aufgedrückt. Das verhalten beginnende und sich beharrlich steigernde ?Come To Your Senses? ist eine jener Balladen, die ? einmal in der Blutbahn ? ein unstillbares Verlangen auslösen.

Für Queen Esther war diese Produktion viel mehr als nur die Möglichkeit, sich mit einer jungen, überaus aktiven Künstlergeneration der Gegenwart zu synchronisieren. Mit Steen, Naidoo und der ebenfalls zu den Söhnen Mannheims gehörende Songwriter Michael Herberger fand sie auf einem anderen Kontinent unter völlig anderen Umständen zu ihren eigenen Anfängen zurück. Sie singt Songs, die so nicht von ihr erwartet werden, sondern die sie einfach singen muss. Die Lieder auf ?Legend? sind deshalb so eindringlich, weil sie mit ihrer Grenzüberschreitung zwischen Ewigkeit und Augenblick genau jenen Schnittpunkt berühren, der uns alle unabhängig von Herkunft und Umfeld die Frage nach uns selbst stellt. ?Legend? ist gelebter R&B.